Teil 6

D E R   F O X T E R R I E R
Teil VI – ACTION Gangwerk


Von Dan Kiedrowski, USA
Entnommen aus dem englischen F.T.C. Jahrbuch 2001
Übersetzt von Simone. Haitz

Copyright Dan Kiedrowski


Movement- Bewegung oder Gangwerk ist der entscheidende Test für den Körperbau: Die Beine des Hundes sollten geradeaus nach vorne getragen werden, während er sich bewegt, die Vorderläufe stehen senkrecht und schwingen parallel mit den Seiten , wie das Pendel einer Uhr.

Die hauptsächlich antreibende Kraft kommt von den Hinterläufen , die Perfektion des Gangwerks gründet sich darin, dass der Foxterrier lange Oberschenkel und muskulöse Unterschenkel besitzt, die sich gut an das Knie anpassen, was einen kräftigen Schub auf das Sprunggelenk bewirkt. Beim Kommen sollen die Vorderläufe eine Fortsetzung der geraden Linie der Front sein, die Füße sollen den gleichen Abstand haben wie die Ellenbogen.

Wenn der Hund steht ist es oft schwierig festzustellen ob die Schulterspitzen eines Hundes weit auseinander liegen, aber sobald der Hund sich bewegt wird dieser Fehler – wenn er denn besteht – offensichtlich. Die Vorderfüße haben die Tendenz sich zu kreuzen, zu „weben“ oder zu „stricken“. Das Gegenteil ist, wenn der Hund schmal in der Schulter ist, dann ist es die Tendenz der Füße sich auseinander zu bewegen, mit einer Art von paddeln.

Wenn die Sprunggelenke nach innen zeigen – Kuh Stellung – drehen sich die Knie und die Füße nach außen , daraus erfolgt ein ernstzunehmender Verlust von treibender Kraft. Wenn die Sprunggelenke nach außen zeigen tendieren die Hinterläufe dazu, sich zu kreuzen, was in einen Watschelgang resultiert.

Es ist keine Frage, dass es sehr schwierig ist im Bereich der Bewegung und Gangart den Hund in Anlehnung an den Rassestandard genau und realistisch einzuschätzen, und dass obwohl die oben ausgeführten Beschreibungen ziemlich genau sind.

Obwohl die Richtigkeit des Gangwerks eines Hundes hauptsächlich von seinem Körperbau beeinflusst wird, gibt es sehr viel mehr das berücksichtigt werden muß. Man hört oft den Ausspruch, dass Hunde, wenn sie gut gebaut sind sich auch gut bewegen werden. Obwohl es einige Ausnahmen gibt, die diesen Ausspruch wiederlegen , ist das Gegenteil sicher wahr… wenn ein Hund schlecht gebaut ist, bewegt er sich auch schlecht. Es gibt viele Gründe, warum ein gut gebauter Hund sich trotz dieses Ausspruchs schlecht bewegen kann.

Oft sieht man Hunde mit einer fehlerlosen Schulter, jedoch scheinen die Ellenbogen an den Körper geheftet zu sein und die Schultern scheinen wenig dazu beizutragen ein gutes Gangwerk zu erreichen. Ein Hund mit einem exzellenten Knie, den man so einschätzen würde, dass er mit viel Schwung läuft, erscheint zuweilen so stabil wie verkochte Spaghetti, mit Knien die sich nach außen drehen, die Sprunggelenke drehen sich zuerst nach innen und dann nach außen wenn der Hund läuft. Niemand erwartet so etwas bei guten Voraussetzungen des Hundes, aber es ist möglich.

Damit sich ein Hund richtig bewegt, muß ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen der Länge der Knochen und deren Winkel bestehen, ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit der Muskeln, um einen reibungslosen, rhytmischen Gang zu erreichen.

Sogar wenn der Hund alle oben genannten Bedingungen erfüllt, ist es unmöglich den Gemütszustand eines Tieres vorauszusehen. Wenn wir den Gewinner eines Hunderennens nur aufgrund des Körperbaus bestimmen könnten, wäre es einfach. Ein Rennhund gewinnt manchmal, weil einfach „sein Tag war“. Ein anderes Mal verliert er, obwohl sein Körperbau ja immer noch der selbe ist.

Vielleicht war die Kondition des Hundes nicht optimal, oder aber der Fehler liegt im jeweiligen Gemütszustand des Hundes. Der beste Richter kann so etwas nicht voraussehen. Dies ist der Grund, warum Ausstellungshunde bei jeder Show anders bewertet werden.

Der Trab ist die beste Form der Bewegung, in der das Gangwerk am genauesten analysiert werden kann. Dazu muß man entscheiden, welche Geschwindigkeit am besten ist. In den meisten Fällen ist es so, dass je schneller der Trab ist, desto mehr neigen sich die Beine an das Schwerpunktzentrum um das Gleichgewicht zu halten.

Im Trab ist das Gewicht des Hundes auf beide Seiten gleichmäßig verteilt., wobei im Galopp ein Bein zu einem Zeitpunkt alles Gewicht auf einmal tragen muß. Ein Hund beginnt im Passgang zu laufen, wenn er die Gelegenheit dazu hat. Diese Bewegung ist eine Aufhebung des Trabs, sie bewirkt eine Bewegung in der sich zuerst das rechte Vorderbein und Hinterbein bewegen und dann das linke Vorderbein und Hinterbein.

Ein Richter, der versucht das Gangwerk eines Hundes genau abzuschätzen wird darauf bestehen, dass der Hund an einer lockeren Leine läuft.

Vielleicht wird er den Züchter anweisen den Hund im langsamen und schnellen Trab laufen zu lassen, damit er die Bewegungen des Hundes besser abschätzen kann. Wenn der Richter den Hund von der Seite sieht, sollten die Bewegungen des Hundes möglichst frei sein.

Die offensichtlichsten Fehler im Körperbau sind eine steile Schulter oder eine geringe anatomische Schräglage, beide Fehler ziehen einen unerwünschten Gang nach sich, nämlich den gestelzten Gang. Manche Foxterrier bewegen sich trotz ihres guten Körperbaus im Ring gestelzt und unschön, sobald sie aber außerhalb des Rings sind, haben sie wieder ein exzellentes Gangwerk.

Manchmal muß der Richter einem bestimmten Hund eine zweite Chance geben um ihn auch angemessen beurteilen zu können.

Vermutlich verursachen Bewegungsfehler wie eine abgehackt wirkende Vorderfront-Bewegung, paddeln und bodenenger Gang etc., dass ein Hund Bewegung verschwendet und von den Anstrengungen des Tages ermüdet ist. Aus diesem Grund legen die Rassestandards vieler Rassen soviel Wert auf das Gangwerk.

Vielleicht ist der beste Weg um herauszufinden was richtig ist, sich dessen bewusst zu sein, was falsch ist. Die Illustrationen des Diagramms M zeigen unter anderem Fehler des Gangwerks. Die ersten zwei Zeichnungen zeigen die Vorderfrontbewegungen, die „winging“(schwingen) und „paddling“(paddeln) genannt werden.

Sie sind ähnlich, da die Pfoten einen Bogen nach außen beschreiben. Beim “winging“ beginnt die Bewegung beim Knie , beim „paddling“ jedoch an der Schulter. Ist ein Hund ellenbogenweit bewirkt dies, dass ein Hund die Gangart „dishing“ besitzt, bei der die Pfote einen Bogen nach außen beschreibt. „Dishing“ und „Toeing In“ sind ähnlich. Beim „Rope Walking“

(bodenenger Gang) besitzt der Hund eine eher enge Front, er setzt die Vorderpfoten immer genau vor die andere. Diese fehlerhafte Bewegung wird auch „waving“ (schaukeln) und „plaiting“ (stricken) genannt. Der letztgenannte Ausdruck wird verwendet, wenn der Hund seine Pfote stärker als beim „Rope- Walking“ bewegt, in besonders schweren Fällen erscheint es, als ob die Pfoten sich kreuzen würden.

Einer der am häufigsten vorkommenden Fehlern bei sehr kurzen Foxterriern ist das „sidewinding“, bei dem der Hund zwei Spuren hinterlässt… die der Vorderpfoten und die der Hinterpfoten.

Der Körper steht diagonal zu der Bewegung. Ebenfalls verbreitet ist die „cow hocked“ (kuhhessig) Bewegung, bei der sich die Sprunggelenke in der Bewegung beinahe berühren und die Pfoten nach außen zeigen. Das Gegenteil davon ist „open hocked“, die Pfoten zeigen nach innen, die Sprunggelenke nach außen.

Dieser Bewegungsfehler war in den letzten Jahren beinahe verschwunden, aber nun scheint er wieder ein Problem zu werden., insbesondere in der heutigen Drahthaarzucht. „ Rope Walking“ der Hinterhand ist so zu beschreiben wie bei der Front. Seien Sie daran erinnert, dass je schneller der Trab und je größer die Schrittweite ist, der Hund versucht das Schwerpunktzentrum zu erreichen. Ein kluger Züchter hält seinen Hund zurück, sobald er sich vom Richter weg bewegt., damit er einen schönen Bewegungsablauf zeigen kann.

Im Rassestandard ist beschrieben, wie weit die Sprunggelenke in der Bewegung voneinander entfernt sein sollen, wenn man die Hinterhand betrachtet.

Ich habe verschiedene Hunde gesehen, einige die sich sehr eng bewegt haben und andere deren Sprunggelenke weiter voneinander entfernt waren. Ich habe Hunde gesehen, die „mehr als genug Luft zwischen den Sprunggelenken“ hatten, wie Richter es gerne ausdrücken, die aber trotzdem ein bewundernswertes Gangwerk hatten.

Wenn Sie zwei Hunde mit folgenden Merkmalen vor sich hätten, für welchen würden Sie sich entscheiden? Der eine Hund besitzt Sprunggelenke die parallel sind während er sich bewegt, aber die nur 2 inches voneinander entfernt sind oder der andere Hund, dessen Sprunggelenke 6 inches voneinander entfernt sind?

Solche Entscheidungen müssen Richter bei jeder Ausstellung fällen. Ich persönlich bevorzuge Hunde, deren Sprunggelenke 3-4 inches voneinander entfernt sind. Aber es gibt sicherlich verschiedene Meinungen zu diesem Thema.

Ein Schlusswort, dass sich mit der Balance befasst scheint mir hier angebracht. Man hört oft den Ausdruck „all of a piece“, das bedeutet, dass ein Hund sowohl in der Haltung und in der Bewegung ausgeglichen ist.

In anderen Worten bedeutet das, dass der Hund eine schöne lange und schräge Schulter und eine große Schrittweite hat, der Hund hat keine Balance, wenn die Hinterhand kraftlos und gerade und ohne Antriebskraft ist.

Eine gerade, kurze Schulter ist fehl am Platz bei einem Hund mit einer starken, gut gewinkelten Hinterhand.

Copyright Dan Kiedrowski, USA 
Gerhard Haitz

:> Weiter zu Teil 7