Teil 5

D E R    F O X T E R R I E R
Teil V – Hinterhand


Von Dan Kiedrowski USA
Entnommen aus dem englischen F.T.C. Jahrbuch 2001

Übersetzt von Simone Haitz

Copyright Dan Kiedrowski


Hinterhand- sie sollte stark und muskulös sein, auf keinen Fall schlaff oder kauernd, die Schenkel sollten lang und kräftig sein, das Knie gut gebogen und weder nach innen oder nach außen zeigend. Die Sprunggelenke sollten gut gebogen und nahe dem Boden sein, sie sollten aufrecht und parallel zueinander sein, wenn man sie von hinten betrachtet. Der Hund sollte gut auf ihnen stehen wie ein Foxhound und nicht gerade im Knie.

Die schlechteste Form der Hinterhand besteht aus einem kurzen zweiten Schenkel (Unterschenkel) und einem geraden Knie.

Rute- sollte hoch und stolz getragen werden, aber nicht über dem Rücken und nicht geringelt. Sie sollte stark sein, alles, das einem „Pfeifenstopfer“ ähnelt ist äußerst unerwünscht.

Der engl. Standart besagt, dass die Rute oder der Schwanz lang genug sein sollte, eine ¾ kupierte Rute ist richtig – das erlaubt einen sicheren Griff wenn es um Arbeitshunde geht. Eine sehr kurze Rute ist weder für die Arbeit noch für die Show passend.

Im Diagramm B, C und D (Teil II) zeigen wir unserer Vorstellung nach die Seitenansicht eines idealen Hundes im Profil, zudem die richtige Struktur der Hinterhand. Diagramm J zeigt einen Blick auf den Bau der Hinterhand dieses idealen Hundes.

Um unsere Diskussion zu vervollständigen haben wir Diagramm K und ein Kapitel hinzugefügt, dass sich mit den individuellen Unterschieden auseinandersetzt.

Es scheint mir notwendig einen Punkt des Standards zu klären der sich mit den gut gebeugten Sprunggelenken befasst.

Der Hinweis ist die Verbindungsstelle zwischen dem Bau der Sprunggelenke und der Knochen des unteren Schenkels. Die gesamte hintere Winkelung erfordert diese Verbindungsstelle genauso wie die Verbindung zwischen dem oberen und unteren Schenkel „gut gebeugt“ sein soll.

Vielleicht sind weitere Erklärungen der Fachsprache von Wert. Es ist üblich (Tendenziell) dass die „Hinterhand“ mit dem eingegrenzten Begriff der „Quarter“ verwechselt wird. Der letzte Begriff bezieht sich jedoch nur auf die Muskulatur und nicht auf die Stellung der Hinterhand.

Die gängige Eleganz der Foxterrier täuscht über einige „überbaute“ Merkmale hinweg wie die Schulter oder die Hinterhand, folglich ist dieses Problem selten augenscheinlich bei den gegenwärtigen Hunden.

Wie auch immer, das Gegenteil ist oft wahr. Eine gleichmäßige Verteilung der Muskeln am äußeren und inneren Teil der Schenkel ist erwünscht, aber selten auch wahr. Dies sieht man leichter bei dem Glatthaar-Foxterrier, bei denen das Problem augenscheinlicher ist.

Beim Drahthaar scheint es im Allgemeinen eher an der geeigneten Muskulatur der oberen und unteren Schenkel zu fehlen und das dicke Fell macht es schwieriger das abzuschätzen deshalb wird es oft von Züchtern und Richtern nicht gesehen.

Die Muskulatur hat viel zu tun mit der Allgemeinen Qualität und Erscheinung der Hinterhand. Hunde mit kürzeren Unterschenkeln haben im Allgemeinen kürzere und dickere Muskeln was dann die Illusion der Winkelung reduziert. Die übermäßig gewinkelten Hunde haben längere feinere Muskeln und die Illusion der Winkelung wächst daher an.

Wir haben die obere Theorie aufgezeigt bevor wir die hintere Winkelung besprechen weil die „Illusion“ für uns alle eine große Rolle spielt bei der Bewertung eines Hundes. Diagramm K versucht einige Abweichungen der Hinterhand von derzeitigen Gewinner- Typen zu zeigen, die Betonung liegt bei der Winkelung.

Der Grad der Hinterhandwinkelung der Hunde hängt davon ab wie lange die Knochen des Unterschenkels im Vergleich zum oberen Schenkelknochen sind. Wenn diese Knochen in etwa gleichlang sind erscheint der Hund sehr gerade im Knie. Der überwinkelte Hund hat einen viel längeren Unterschenkel.

Gute Winkelung scheint nicht sehr oft vorzukommen bei den heutigen Foxterrier. Um ehrlich zu sein habe ich keinen gut gewinkelten Glatthaar gesehen in den letzten Jahren und nur gelegentlich sehe ich gut gewinkelte Drahthaar. Die wenigen gut gewinkelten Hunde könnten für die Zucht von großem Wert sein um das Fehlen der Winkelung in der heutigen Zucht zu überwinden.

Die Glatthaar leiden öfter an diesem Mangel und viele Champions sind ohne irgendwelche Winkelung dazu geworden, mit fast keiner erkennbaren „Biegung“ des Sprunggelenks.

Bei beiden Fox- Arten die gut gewinkelt sind fehlt es oft an der geeigneten Muskulatur und dies ist dem fehlenden Training und der fehlenden Kondition zuzuschreiben. Der typische Showhund heutzutage wurde zu einem „verwöhnten Haustier“. Die Idee der „Straßen-Arbeit“, ein Muss für jeden trainierenden Athleten, wurde völlig vergessen bei den Show-Hunden.

Obwohl die Ausdrücke „gut unten“- oder „nah zum Boden“ – Sprunggelenk etwas vage sind, scheint es so, als ob die meisten Richter dies als einen allgemeinen Teil der „Balance“ sehen. Ein sehr kurzes Sprunggelenk bei einem „leggy“ Hund wird die Balance nicht sichern, genauso wie ein längeres Sprunggelenk bei einem geringfügig „dumpy“ Hund.

Der praktische Wert eines „tiefstehenden“ Sprunggelenks ist strittig aber es gibt leise Zweifel daran, dass ein längeres Sprunggelenk gepaart mit einem kürzeren Unterschenkel eine beschränkte, „zerhackte“ Hinterhand-Bewegung begründet, der es an Energie fehlt und die nicht viel Boden wettmacht. Dieser gestelzte Gang ist eines der starken Probleme, vor allem beim Glatthaar.

Der Standart besteht darauf, dass die Sprunggelenke völlig gerade sind, egal von welchem Winkel aus man sie betrachtet. Wir haben jedoch bemerkt, dass ein großer Prozentsatz der erfolgreichen Drahthaar vor allem die gut gewinkelten, einen „Bogen“ in den Sprunggelenken zeigen, in diesem sie von der Seite gesehen gewinkelt sind.

Bei vielen Glatthaar mit geradem Knie, ist das Gegenteil oft sichtbar. Die Zeichnungen von Diagramm K zeigen beide Probleme.

Diagramm K:

(1) zeigt den typischen Hinterhandbau mit geeigneter Knochenlänge und Winkel, die Rute hat die richtige Haltung und Form.

(2) zeigt einen Hund dessen zweiter Knochen des Unterschenkels kürzer ist und der Winkel zwischen dem oberen und unteren Schenkel ist gerader. Der Rute fehlt es am erwünschten leichten Bogen.

(3) zeigt einen überwinkelten Hund mit einem etwas längeren Sprunggelenk, dass dazu tendiert, dass es nach vorne geht anstatt gerade zu sein. Die Rute ist zu „lustig“ über dem Rücken gebogen.

(4) Zeigt einen anderen überwinkelten Hund mit einer steilen Kruppe und daraus resultierendem schlechten Rutenansatz. Die Sprunggelenke sind weit davon entfernt gerade zu sein, der Ausdruck dafür ist „sichelförmiges Sprunggelenk“.

Von hinten betrachtet sind die „idealen“ Hinterbeine gerade, würde man eine imaginäre Linie durch die Punkte des Gesäßes, des Sprunggelenkes, des Vordermittelfußes und der Beine ziehen wären alle vier zentriert. Die meisten Foxterrier werden auf Ausstellungen in einer rückständigen Hinterhandstellung gezeigt um die obere Linie auf einem geraden Level zu halten. Übrigens wird die obere Linie nur sehr wenig im Standart beachtet, aber es scheint als wäre ein Foxterrier der höher am Rumpf ist als am Widerrist, nicht erwünscht, dies gilt vor allen in der Bewegung.

Die offensichtlichsten Fehler die auftreten wenn man die Hinterhand von hinten betrachtet sind „Kuh-Sprunggelenke“ und „offene Sprunggelenke“. Grundsätzlich ist zu sagen, dass Hunde die „cow-hocked“ sind eine schwere Hinterhand und ein gerades Knie haben. Viele Hunde mit diesem Problem sieht man heutzutage im Ring. Die „open-hocked“ Hunde gibt es sehr oft und grundsätzlich haben sie eine adäquate Winkelung, sind aber leichter in der Muskulatur.

Bevor wir über die Rute sprechen sollten wir hervorheben, dass ein muskulöser Foxterrier, ein klar definiertes Gesäß hinter der Rute hat, wenn man es von der Seite betrachtet. Jegliches fehlen von Muskeln in dieser Gegend beeinträchtigen die gesamte Balance des Hundes.

Die Rute des Foxterriers spielt eine sehr wichtige Rolle für die obere Linie. Das Tragen, die Form und die Länge können einen Foxterrier machen oder zerstören wenn es um seine Siegeschancen geht. Die meisten Züchter sagen, dass der Gehalt der Knochen und die Substanz der Rute ein klares Anzeichen ist für alle Knochen des Hundes. Wenn die Rute nicht gut getragen wird, keinen leichten Bogen hat oder nicht stolz getragen wird kann man daraus auch auf die übrige Verfassung des Hundes schließen.

Diagramm L

 

(1) zeigt eine geeignete Hinterhand von hinten gesehen und in geeigneter Verfassung

(2) zeigt einen etwas schwächeren Bau, zu nah hinten und es fehlt Winkelung

(3) zeigt „cow-hocked“ bei dem die Sprunggelenke nach innen und die Zehen nach außen zeigen

(4) zeigt das Gegenteil, “open hocked“ bei dem die Sprunggelenke nach außen und die Zehen nach innen zeigen.

 

Copyright Dan Kiedrowski USA

Gerhard Haitz

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