Teil 4

Teil IV – Die Front


Von Dan Kiedrowski, USA
Entnommen aus dem englischen F.T.C. Jahrbuch 2001

Übersetzt von Simone Haitz

Copyright Dan Kiedrowski


Hals/Nacken- er sollte klar definiert und muskulös sein, ohne viel Haut an der Kehle, er sollte von guter Länge sein und sich allmählich zur Schulter hin verbreitern.

Schultern- sie sollten lang und schräg sein, nach hinten verlagert, gut an den Punkten und klar abgetrennt vom Widerrist.

Brust- sie sollte nicht übertrieben tief und nicht breit sein.

Beine- die Vorderbeine sollten, von jedem Blickwinkel aus betrachtet, gerade und stark bis zu den Pfoten hinab gehen. Die Pfoten sollten entweder ein bisschen oder gar keine Knöchel zeigen und kurz und gerade bis zur Fußfessel sein. Beide Vorderbeine und Hinterläufe sollten gerade in der Bewegung sein, die Knie sollten nicht nach außen zeigen. Die Ellbogen stehen senkrecht (rechtwinklig) zum Körper und „arbeiten“ frei zu beiden Seiten hin.

Pfoten- sie sollten rund, kompakt und nicht zu groß sein, die Sohlen hart und zäh, die Zehen sollen mäßig gewölbt sein aber weder nach außen oder nach innen zeigen.

Im Bezug auf den Hals(Nacken) sagt der englische Standard, dass er eine anmutige Biegung aufweißt, wenn man ihn von der Seite aus betrachtet. Über die Brust wird gesagt, dass eine schmale Brust ebenso unerwünscht ist wie eine zu breite Brust, eine zu tiefe Brust ist zudem eine Behinderung für den Terrier sobald er sich bewegt. Über die Pfoten wird gesagt, dass ein Terrier mit gut geformten Vorderbeinen und Füßen seine Nägel(Krallen) immer kurz hält durch den Kontakt zur Straße, das Gewicht des Körpers wird zwischen den Ballen und der Ferse(Sprunggelenk) verteilt.

In den Diagrammen B, C und D (siehe Teil II) sehen Sie die Seitenansicht eines „idealen“ Terriers. Diagramm G zeigt einen ähnlichen Versuch die Vorderansicht des gleichen Tieres darzustellen. Um interpretieren zu können was die verschiedenen Typ- Abweichungen in Bezug auf die Front ausmachen, müssen wir uns zuerst ein Verständnis über die strukturellen Beziehungen, die diese Abweichungen ausmachen, aneignen. Im Wesentlichen werden sie von Variationen der Länge der Knochen und deren Winkel verursacht.

Das Diagramm H zeigt gerade mal drei der verschiedenen Abweichungen, die man bei den verschiedenen Rasse- Exemplare beobachten kann. Die Bildunterschrift unterhalb liefert zusätzliche Informationen über das Diagramm.

Bei der idealen Vorderhand haben wir einen Winkel der Schulter der ziemlich typisch ist für alle „ leggy“ (langbeinig) Terrier Rassen, mit einem Oberarm der gerade ist und mehr nach vorne geht als bei den meisten Niederläufern, aber nichtsdestotrotz erlaubt es eine weite (große) Tiefe der Vorderbrust. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass dies es der 3. und 4. Rippe, die die größten und tiefsten (längsten) sind, möglich macht den Ellbogen einfach zu erreichen. Dieser Körperbau sollte Schultern hervorbringen, die „gut am Punkt sind„ und klar am Widerrist definiert sind.

Die Klärung dieser Beschreibung sollte in Ordnung sein „Gut am Punkt“ bezieht sich auf den Punkt wo das Schulterblatt auf den Oberarm trifft und die Breite des vorderen Bereichs bestimmt, wenn man es von vorne sieht. „Klar definiert am Widerrist“ bezieht sich auf die Entfernung zwischen den Schulterblättern vom oberen Teil des Widerrists. Sie sollten eng beieinander liegen und nicht mehr als 1 inch (2,54cm) voneinander entfernt sein.

Diagramm H

(1) zeigt ein gut sitzendes Schulterblatt, gepaart mit dem typischen, eher starken Oberarm. Der Winkel zwischen diesen Knochen ist beinahe so wie er bei Arbeitsterrier gewünscht wird.

(2) zeigt ein eher starkes Schulterblatt, gepaart mit einem Oberarm, der ein bisschen mehr hinten liegt als gewünscht. Der große Winkel zwischen diesen Knochen bewirkt eine Kopf und Nacken- Haltung die untypisch für die Rasse ist.

(3) zeigt eine eher gerade/steile Schulterplatzierung deren großer Winkel den Nackenbogen verdreht.

Sogar bei einer idealen Front können einige offensichtliche Abweichungen bestehen. Diese Abweichungen sind im Allgemeinen das Ergebnis von nicht richtigem oder unzulänglichem Muskelaufbau, der dadurch entstehen kann, dass der Hund im Welpenalter nicht ausreichend trainiert wurde, dies kann auch bei erwachsenen Hunden der Fall sein.

Viele Foxterrier erscheinen so als hätten sie die perfekte Vorderhand, nur um dann offensichtliche Fehler bei der Bewegung aufzuzeigen. Dies kommt im Allgemeinen von der schlecht ausgebildeten Muskulatur.

Die Lage des Schulterblatts und der Winkel zwischen diesem und dem Oberarmknochen begründet die größten Abweichungen bei der Vorhand. Heutzutage gibt es viele Hunde die die größten Auszeichnungen gewinnen aber deren Schulter alles ist nur nicht das, was wir als ideal bezeichnen. Gerade Schultern kamen unglücklicherweise immer vor aber manche sind so gerade, dass die Spitze der Blätter am Widerrist nur dann gefühlt werden kann wenn der Nacken fast horizontal gestreckt wird. Hunde von übermäßiger Größe haben dieses Problem oft, da ihre Schultern gerade sind und es ein Defizit an Winkel zwischen Schulterblatt und Oberarmknochen gibt.

Solch ein Hund, der beinahe elegant ist in der Silhouette, erscheint im Allgemeinen als „leggy“, und es fehlt ihm die Tiefe in der Brust. Bei dieser Art der Vorderhand ist der Punkt des Brustbeins meist mehr zurückgesetzt als die Punkte der Schulter, was einen flachbrüstigen Effekt erzielt. Die Bewegung ist natürlich gestelzter mit einem Minimum an „Ausholung“ (reach) was in einem abgehackten Gang endet, der nur wenig Boden wettmacht.

Nicht illustriert ist das andere Extrem bei dem der Winkel zwischen dem Schulterblatt und dem Oberarmknochen weniger als ideal ist.

Wenn der Oberarmknochen zu weit zurückliegt erscheint der Hund „nieder auf den Beinen“ auch wenn die Knochen der Vorderbeine so lang sind wie bei einem idealen Hund. Diese „dumpy“ Qualität sieht man heutzutage selten im Ring, wobei es meist eine schwere Brust und eine weite Front einschließt … Merkmale, die sowohl Züchter als auch Richter widerwillig betrachten, da es sehr untypisch ist für so eine elegante Rasse.

Unterschiede in der Länge der Vorderläufe, zusammen mit der Länge und dem Winkel des Vordermittelfußes werden später zu Typ- Abweichungen hinzugefügt. Beim idealen Hund mit einer Widerristhöhe von 15 inches (38,1cm) erkennen wir, dass die Proportionen der Tiefe des Körpers und der Länge der Beine beinahe gleich sind (sich entsprechen); die Tiefe des Körpers (gemessen vom Widerrist zur Basis des Brustbeins) sollte der Länge der Beine entsprechen (gemessen vom Ellenbogen bis zum Boden).

Man braucht nur die Länge der Vorderbeine gedanklich zu verkürzen oder zu verlängern um sich vorstellen zu können wie dieser Unterschied die allgemeine Balance beeinträchtigen könnte. Vordermittelfüße die gerade sind und Pfoten die flach sind gehören zu den Typ-Abweichungen die bei der Vorderhand möglich sind. Diagramm I zeigt die üblichsten „Fehler“ der Vorderhand wenn man sie von vorne betrachtet. Die Bilderunterschrift darunter zeigt weitere Erklärungen dieser Fehler.

Variationen der Vorderhand (Diagramm I)

(1) zeigt eine typische Front, die dem Ideal sehr nahe kommt.

(2) zeigt eine Front, die zu eng ist, obwohl die Beine gerade sind und die Schultern nur etwas enger als erwünscht sind.

(3) zeigt eine zu weite Front mit überladenen Schultern

(4) zeigt einen Foxterrier der aus den Ellbogen heraus geht und mit etwas überladenen Schultern. Die Zehen neigen toe-in.

(5) zeigen die verkniffene Front, bei der die Brust zu eng ist, die Schultern zu nah beieinander und die Ellbogen zu nah sind. Es scheint so, als kämen die Vorderbeine vom gleichen Punkt und die Zehen zeigen nach außen.

(6) zeigt eine Front, die „weit ausholend ist“, mit verkniffenen Schultern und beinahe losen Ellbogen, die dazu führen, dass der Terrier seine Füße verschieden aufsetzt.

Alle diese falschen Fronten bewirken ein falsches Gangwerk.

Copyright Dan Kiedrowski, USA

Gerhard Haitz

:> Weiter zu Teil 5