Gretl

Gretl…

Tja, gestern stand “wer schön sein will muß leiden” auf Gretels Programm und mein Hundchen hat entschieden, sie will nicht länger gar so gestylt schön sein.

Sie macht ab jetzt lieber auf das in Corona-Zeiten so beliebte “naturally beautiful”. 

Sie durfte ja endlich wieder zum Trimmen. Und sie hatte echt Wolle wie ein Schaf vor den Eisheiligen. Wir beide waren etwas zu früh in Achern und ich machte an einem schönen Plätzchen halt, um zu frühstücken. Gretel sprang aus dem Auto, ging pinkeln und – ich traute meinen Augen nicht – war ruck zuck wieder in ihrer Box.

Es interessierte sie nicht, was ich aß oder wie die Welt in dem Wäldchen roch. Sie sauste zurück in die Box ???

Und eine kleine Weile später, vor dem Haus der Familie Haitz weigerte sie sich vehement auszusteigen. Sie wußte also genau, die 15 cm lange Wolldecke runter zu trimmen, wird eine Tortur für sie und die Friseurin.

Gretel wird ab sofort nicht mehr getrimmt, sondern sie bekommt per Maschine einen Haarschnitt. Damit verliert sie zwar ihre wunderschöne Dreifarbigkeit, aber sie bleibt ja ein hübsches, wenn auch blasses, Hundchen.

Frau Haitz machte mich mit einem leisen Lächeln darauf aufmerksam, daß Gretel mich etwas zu fest dressiert hat, aber kann ich dem Blick meines Hundes widerstehen ? Nie !

Heute morgen wurde ich mit einem zärtlichen Wangenküsschen geweckt. Das ist es doch wert…

Dann sah sie mich an. In dem Blick lag alles: Flehen – Misstrauen – Verachtung.

Ok, ich hatte verstanden !

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